|
Die
südlichste Gemeinde des Landkreises Schweinfurts mit ihren 66 Einwohnern und der
katholischen Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist (ein neugotisches
Bauwerk aus dem 19. Jahrhundert), blickt zurück auf eine ereignisreiche
Geschichte.
An den Decken und Wänden zahlreicher Kirchen und
Schlösser unserer Heimat bewundern wir noch heute die kunstvollen Verzierungen
und Figuren, die in Gips geformt sind. Die Anfertigung von Stuck war in der Zeit
des Barock ein einträgliches Geschäft.
Viele solche Künstler kamen aus Italien, so auch die Gipser-Familie Bory, die
sich in Schönaich niederließ. Als die Stuckaufträge immer seltener wurden,
suchte diese Familie ihren Lebensunterhalt auf weniger redliche Weise, nämlich
durch Rauben und Stehlen zu verdienen.
Lange Zeit konnte die Polizei den
Borys nichts anhaben, da sie sich nie ertappten ließen und auch ihre Beute sehr
schlau zu verstecken wußten. Doch wie das Sprichwort sagt: "Der Krug geht so lange zum
Brunnen, bis er bricht". Nach verbüßter Strafe wanderten sie nach Amerika aus.
Die Schönaicher aber tilgten jede Erinnerung an ihre unliebsamen Mitbürger,
indem sie das Haus der Borys dem Erdboden gleichmachten.
|